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Kinder statt Inder
Ein uralter Kommentar zur Pisa-Studie
Die PISA-Studie ist veröffentlicht, und alle sind überrascht. Nicht etwa, weil das Ergebnis schlecht ausgefallen ist, sondern weil es sooo schlecht ausgefallen ist. Kaum einer hat damit gerechnet, daß unser Bildungsstand in etwa dem Stand von Mexiko und Brasilien entspricht. Nun ist es wohl vorbei damit, solche Länder hochnäsig als Bananenrepubliken oder Entwicklungsländer zu bezeichnen. Wir gehören aber nicht nur zu den Schlechtesten, sondern angeblich auch zu den Ungerechtesten. In keinem anderen Land sind die Differenzen zwischen den guten und den schlechten Schülern so extrem wie in Deutschland. Unsere guten Schüler sind eigentlich »nur« einen Prozentpunkt unter dem Durchschnitt. Das ist zwar schlimm, aber noch kein Anzeichen dafür, daß wir den internationalen Anschluß verpaßt haben. Wirklich besorgniserregend sind die schlechten Schüler. In Deutschland ist jeder fünfte Jugendliche streng genommen ein Analphabet.
Die Studie läßt keinen Zweifel daran, daß es in Deutschland einen ganz klassischen Bildungsverlierer gibt: Den ausländischen Jungen aus der Unterschicht. Diese Gruppe ist es, die den deutschen Schnitt vor allem in den Keller treibt. Nun fordern unsere Politiker die Einführung neuer Sprachkurse und mehr Förderung. Dieser Vorschlag findet bei mir volle Unterstützung. Ich hätte aber auch gerne jemanden sagen hören, daß die PISA-Studie ein weiterer Beweis für das Scheitern der Ausländerintegration ist. Wird es nicht Zeit, vor einer Generation fremd gebliebener Ausländer zu warnen, die das einfachste Bewerbungsverfahren nicht wird meistem können? Werden die Bildungsverlierer von heute nicht die besten Qualifikationen mitbringen, eine Generation gewaltbereiter Straftäter zu werden? Sollte nicht jemand aussprechen, daß ein paar zusätzliche Sprachkurse und eine bessere schulische Förderung kein so gravierendes Problem lösen können? Ich habe den Eindruck, daß man sich vor solchen Schlußfolgerungen fürchtet.
Statt dessen verweißt man darauf, daß andere Länder, mit einem ebenfalls sehr hohen Ausländeranteil, in der PISA-Studie gut abgeschnitten haben. Dabei wird übersehen, daß die Einwanderer dort ganz anders selektiert werden, daß keine andere Nation so hohe Zuwanderungsraten zu verzeichnen hat wie Deutschland, und daß diese Länder mit ihren Ausländern auch ganz anders umgehen. Wenn in Deutschland jemand davon spricht, daß die eigene Kultur auch die leitende Kultur sein soll, dann laufen die Medien sofort Amok. Wenn man der eigenen Kultur nicht einmal dieses Grundrecht einräumt, dann kann Integration nie wirklich funktionieren.
Und wie sieht es in unseren Landen mit der Bildungspolitik aus? Wie haben unsere Politiker denn reagiert, als das letzte bildungspolitische Problem, namentlich der Mangel an Computerfachkräften, zu meistern war? Man importierte einfach Fachkräfte aus dem Ausland, anstatt eigene auszubilden. Inzwischen sind von Joschka Fischer bis Edmund Stoiber alle derselben Meinung: Deutschland muß in den Wettbewerb um die besten Köpfe einsteigen. Offenbar gehen unsere Volksvertreter samt und sonders davon aus, daß mit deutschen Köpfen von vorneherein nicht sehr viel anzufangen ist. Kann ein vernünftiger Mensch aber tatsächlich eine Erklärung dafür finden, warum ein Inder nun eher zum Computerfachmann geeignet ist, als ein Deutscher? Ich denke doch, daß beide bei gleicher Ausbildung auch gleiche Qualifikationen entwickeln würden.
Durch den »Wettbewerb um die besten Köpfe« sind wir aber, wie die PISA-Studie bestätigt, in einen Teufelskreis eingestiegen: In Deutschland sieht es mit der Qualifikation der Jugend schlecht aus. Das größte Problem liegt in den Ausländerkindern. Aufgrund des daraus resultierenden Mangels an qualifizierten Fachkräften importieren wir weitere Ausländer, die wiederum Integrationsprobleme verursachen, wodurch das Bildungsniveau in Deutschland noch weiter absinkt. Das macht es ein weiteres Mal notwendig, mehr Green-Cards zu vergeben. Wie lange kann das wohl gut gehen? Seinerzeit hat der Slogan »Kinder statt Inder« für viel Wirbel gesorgt, weil man fürchtete, er könne die Ausländer beleidigen. Diese Sorge dürfte nun gemildert sein, denn durch die PISA-Studie wissen wir, daß viele heranwachsende Ausländer sowieso nicht fähig sind, die Schrift auf den Wahlplakaten zu entziffern. Es bleibt Ansichtssache, ob dieser Slogan in seiner Formulierung geglückt ist, aber nach der PISA-Studie kommt man schwerlich umher, ihn zumindest inhaltlich einmal neu zu überdenken.
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