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Religion

Christliche Solidarität gegen Fremdenhass und Nationalismus!

Für uns ist es eine Selbsverständlichkeit geworden, in einem Staat zu leben, welcher mit seinem Reichtum eine absolute Spitzenstellung einnimmt. Zu leicht vergißt man/frau dabei, daß nicht allein wir Deutschen diesen Reichtum geschaffen haben, sondern daß wir diesen Reichtum vor allem den vielen ins Land geholten Ausländern zu verdanken haben! Sie waren es, die unser Land nach dem 2. Weltkrieg wieder aufgebaut haben, ohne daß man/frau ihnen dafür je ausreichend gedankt hätte!

 

Es ist festzustellen, je mehr ausländische Helfer/innen in den vergangenen Jahren sich in harter täglicher Arbeit für unseren Wohlstand mühten und gleichzeitig unseren langweiligen Alltag durch das Einbringen multikultureller Elemente aufwerteten, um so mehr keimt eine dumpfe Ausländerfeindlichkeit auf (auch »Fremdenfurcht« ist Rassismus), vor der fortschrittliche Politiker zurecht eindringlich warnen und diese auf das schärfste verurteilen.

Was unsere ausländischen Mitbürger/innen aber unmittelbar brauchen, ist eine spontane Hilfsbereitschaft der deutschen Bevölkerung, um sich besser in die sozialen Strukturen unseres Landes einbringen und um sich auch besser vor den zunehmenden und fast tagtäglichen fremdenfeindlichen Ausschreitungen schützen zu können.

Hier ist neben der vielfach geforderten Zivilcourage gegenüber den Rechtsradikalen, die mit rassistischer Hetze und Schwarzmalerei unsere ausländischen Freunde verunglimpfen, bedrohen und ihnen weiterhin z.B. das Wahlrecht und dauerhafte Aufenthaltserlaubnisse vorenthalten möchten, auch materielle Unterstützung gefragt, um die Integration dieser, unserer Brüder und Schwestern und die weitere Entfaltung deren belebender Kultur zu erleichtern. Da sich die Deutschen unfähig für die Rentenvorsorge zeigten, können nur unsere neuen, nichtdeutschen Landsleute hier durch Geburtenzahl und »Blutsauffrischung« unsere Zukunft darstellen. Die von Rechtsnationalen genannten »Überfremdungsängste« sind unbegründet - Deutschland ist und muß als Einwanderungsland allen offenstehen, die sich in das neue multikulturelle Deutschland einbringen wollen. Allein unsere Dankbarkeit für Wiederaufbau und Wohlstand erfordert dieses.

Wir dürfen uns nicht weiter in egoistischer Weise finanziell gegenüber denen abschotten, die uns bereits so oft ihre helfende Hand entgegengestreckt haben, indem sie als billige Arbeitskräfte über die Jahre unseren Wohlstand erarbeitet haben und sich entschieden haben hier zu bleiben, um den Sozialstaat dauerhaft zu sichern.

Es sollte daher jeder von uns die Möglichkeit nutzen, möglich dauerhaft seine Einkäufe, seine Urlaubsbuchungen, seine kulinarischen Ausgaben, seine medizinische Versorgung, die Reparaturaufträge für Kleidung und Geräte, bis hin zum Auto, ja sogar Geld- und Versicherungsgeschäfte bei einem der vielen ausländischen Geschäftsleute zu tätigen. Was zur Zeit für viele nur gelegentlich geschieht, soll zum Regelfall werden. Wir brauchen die Ausländer/innen - schaffen wir ihnen die finanziellen Grundlagen für das Hierbleiben und Wohlfühlen! Lernen wir auch, das Fremde in uns aufzunehmen und lösen wir uns von überlieferten deutschen Formen und Traditionen - schaffen wir ein neues, fremdenfreundlicheres Land!

 

Ein solches solidarisches Verhalten, kombiniert auch mit einer bevorzugten Einstellung von ausländischen Arbeitern und Angestellten in deutsche Betriebe, wä re ein echter Beitrag zur Integration unserer Freunde, zur besseren Völkerverständigung und letztlich auch dazu, das durch die ständigen Ausländerfeindseligkeiten mitgeprägte Bild des häßlichen Deutschen ein wenig aufzubessern! Überlassen wir es nicht dem Staat - jeder muß dazu beitragen.

Schließlich sollen wir uns immer auch der Tatsache bewußt sein, daß in der internationalen Wertschätzung die Fremden von heute die besseren Einheimischen von morgen sein werden, wenn nötig eben mit doppelter Staatsbürgerschaft; vor allem jedoch frei von der unauslöschbaren deutschen Kollektivschuld für die Nazi-Jahre des Faschismus und des schlimmsten Völkermords der Menschheitsgeschichte! Dank unserer Neudeutschen in einemmultikulturellen Deutschland und einem bunten Europa werden wir wieder gleichberechtigt dazugehören.

Teilen wir also mit denen, die unsere Zukunft sind - aus Dankbarkeit, Weltbürgerdenken und christlichem Humanismus! Sie brauchen uns - wir brauchen sie!

Erstellt von mehreren regionalen Arbeitskreisen in der evangelischen Kirche in Mannheim und Ludwigshafen, darunter »pro asyl«, »GRENZENlos«, »Miteinander für Gott« und »Jesus war dunkelhäutig«. M. Lehmann, Mannheim.

 

Kommentar von Hyperion

Starker Tobak, was unsere Jesusfreaks hier fabriziert haben. Gehen wir das Ganze noch mal kurz durch:

Dieser Aufruf beginnt mit einer Würdigung der Hilfe, die wir nach dem zweiten Weltkrieg von Ausländern erhalten haben. Dort wird festgestellt «...daß wir diesen Reichtum vor allem den vielen ins Land geholten Ausländern zu verdanken haben!« und daß »sie es waren, die unser Land nach dem 2. Weltkrieg wieder aufgebaut haben...«. Stimmt das? Diese Argumente werden oft benutzt, was dazu geführt hat, dass breite Teile der Bevölkerung tatsächlich daran glauben, wir hätten die meisten Ausländer, die bei uns wohnen, auf Knien in unser Land gebeten.

 

In Wirklichkeit hat die Anwerbung von Gastarbeitern erst Anfang der 60er Jahre begonnen. Die meisten Gastarbeiter kamen also bald 20 Jahre nach Kriegsende, zu den Zeiten des deutschen Wirtschaftswunders. So wie dieser Aufruf es darstellt, haben die Deutschen wohl 20 Jahre in zerbombten Häusern ohne Dach über dem Kopf, ohne Industrie, Wirtschaft, Infrastruktur und so weiter aus reiner Faulheit ein jämmerliches Dasein geführt, bis unsere fleißigen Retter aus der Türkei nach langem Bitten zu unserer Erlösung gekommen sind, um unser ruiniertes Land aufzubauen. Leider nicht ganz richtig. Als die ersten Gastarbeiter nach Deutschland kamen, war dieses Land schon vollständig wiederhergestellt. Sie kamen genau zu der Zeit, als die Bedingungen gar nicht hätten günstiger sein können. Insgesamt ist der Prozentsatz an Ausländern, die über Gastarbeiterverträge nach Deutschland kamen, nur sehr gering. Die meisten der heute bei uns lebenden Ausländer kamen seit den 80ern (größtenteils unter CDU-Regierungen) nach Deutschland, als schon längst keine Gastarbeiteranwerbung mehr stattfand. Stattdessen kamen sie als Asylanten, illegal oder im Rahmen der sogenannten Familienzusammenführung (da muslimische Familien unendlich groß sind, kann man auch unendlich zusammenführen, denn über irgendjemanden öffnet sich immer ein neuer Zweig an Verwandten, die man auch noch nach Deutschland holen kann). Ohne abstreiten zu wollen, dass Ausländer in der Tat eine Zeit lang angeworben wurden (allerdings nicht vom deutschen Volk sondern von den deutschen Politikern, die ja in aller Regel gegen den Willen des Volkes handeln) und dass Ausländer während dieser Zeit auch gute Arbeit geleistet haben (ganz im Gegensatz zu ihren Nachkommen), ist die Behauptung »Die Ausländer haben unser Land nach dem Krieg aufgebaut« nun schlicht und einfach gröbster Unfug.

Im zweiten Absatz wiederholt dieser Aufruf, dass wir unseren Wohlstand ja fast nur unseren ausländischen Mitbürgern zu verdanken haben. Tatsächlich wird unser Wohlstand nachweislich durch nichts mehr geschmälert und gefährdet als durch die Zuwanderung. Des Weiteren werden wir daran erinnert, wie sehr unser »langweiliger Alltag durch das Einbringen multikultureller Elemente aufgewertet wurde«. Um hier keine Romane schreiben zu müssen, rate ich einfach nur jedem, der das glaubt, mal einen Spaziergang durch die Stadtteile (z.B. in Frankfurt und Berlin) zu machen, die am stärksten von Überfremdung betroffen sind. Der kulturelle Austausch in diesen Gebieten geht schon in den Minusbereich und am allerwenigsten sind die Muslime an einem solchen Austausch interessiert, was angesichts solcher Christen ja auch kein Wunder ist.

Der Schwachsinn, der begleitet von Stichwörtern wie »Rentenvorsorge« oder gar »Blutsauffrischung« zum Besten gegeben wird, der soll an dieser Stelle auch nicht in aller Ausführlichkeit kommentiert werden. Über ein Viertel aller Arbeitslosen sind Ausländer – in Berlin waren sogar schon über 50 Prozent aller ausländischen Männer im erwerbsfähigen Alter arbeitslos. Dass unsere Sozialkassen natürlich grenzenlos überlastet werden, wenn man eine Unmenge an (Früh-)Rentnern und eine große Zahl an importierten Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern versorgen muss, das sollte niemanden verwundern. Dass die Arbeitslosigkeit auch kaum in den Griff zu bekommen ist, wenn jährlich Hunderttausende von Arbeitswilligen nach Deutschland einwandern verwundert genauso wenig. Man könnte es vereinfacht auf folgende Formel bringen: Wer zumindest eine Minimalrente sichern will, der muss zuerst die Zuwanderung stoppen und die arbeitsunwilligen und –unfähigen Ausländer nach Hause schicken. Wenn unsere Hirten von der evangelischen Kirche in Biologie besser aufgepasst hätten, dann wüssten sie auch, dass ein Genpool von 65 Millionen Deutschen wirklich mehr als ausreicht um unser Volk auch ohne »Blutsauffrischung« vor inzestuösen Zuständen zu bewahren.

 

Weiter geht es dann mit dem Aufruf, soweit dies möglich ist, bei Ausländern einzukaufen. Die neue Parole lautet also »Kauft nicht bei Deutschen!« Eine bevorzugte Einstellung von Ausländern soll dann auch noch erfolgen. Klingt gut! Ich fand es schon immer bedenklich, dass derjenige eingestellt wird, der die beste Qualifikation für den Job mitbringt. Das hat so einen unangenehmen Beigeschmack, so was elitär-sozialdarwinistisches. Dem gesellschaftlichen Frieden hilft es bestimmt, wenn ein Einheimischer keinen Job bekommt, weil statt ihm Ausländer mit schlechterer Qualifikation eingestellt werden.

Zu der unauslöschbaren Kollektivschuld, von der wir befreit sind, wenn wir unser Volk durch Zuwanderung endlich ausgelöscht haben, fällt mir beim besten Willen nicht mehr viel ein. Mein Geburtsjahr liegt auf jeden Fall in den 70er Jahren, somit bin ich logischerweise vollkommen schuldfrei. Für meine Eltern gilt dasselbe. Die Behauptung, daß »die Fremden von heute die besseren Einheimischen von morgen sein werden« müsste erstmal bewiesen werden. Die Statistiken sprechen jedenfalls alle dagegen.

Vielleicht sollte jeder, der noch nicht aus der Kirche ausgetreten ist, einmal überlegen, ob diese Mitgliedschaft mit den eigenen Prinzipien zu vereinbaren ist (von der Katholischen Kirche wird ähnlicher Unfug genauso oft unter das Volk gebracht). Von der Befürwortung des Moscheebaus seitens der christlichen Kirchen will ich lieber gar nicht anfangen.

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